Lanolin – das Wollwachs der Schafe

Viele von Euch haben nach Lanolin gefragt und wie es hergestellt wird. Da diese Antwort tatsächlich sehr umfangreich ist, versuche ich sie für Euch möglichst kurz und verständlich zusammenzufassen. Da Lanolin unterschiedlich definiert wird, dh. dem Wollwachs zum Beispiel Olivenöl und Wasser hinzugefügt wird, sprechen wir hier von dem ursprünglichen Wollwachs, das aus der Rohwolle gewaschen wird.

Am Anfang ist das Schaf:

Das Wollwachs wird in den Talgdrüsen der Schafe produziert und schützt die dicke Wolle vor Nässe. Wer schon einmal mit Kleidung im Wasser war oder kalt vom Regenschauer erwischt wurde, weiß, warum das eine ziemlich gute Idee ist, denn wenn die Wolle sich komplett vollsaugen würde…oha!

Nach der Schur wird die frische Wolle gewaschen. Da eine Menge verschiedener Verunreinigungen in der Wolle enthalten sind, sind auch unterschiedliche Behandlungsschritte notwendig. Es handelt sich dabei um aufwendige, chemische Verfahren, zum Beispiel dem Kochen mit verdünnter Salz-/Phosphorsäure.

Nach dem Kochen kommt es zur Phasentrennung. Es entsteht eine Schicht mit verbliebenen, unlöslichen Bestandteilen, eine Schicht Wollwachs und eine einer angesäuerten Wasserschicht. Das verbliebene Wollwachs wird im Anschluss so lange mit heißem Wasser gewaschen, bis es neutral reagiert.

In einem weiteren sehr umfangreichen Schritt, werden die freien Fettsäuren unter anderem durch Neutralisation entfernt.

In nun folgenden Schritten werden:

Waschmittelrückstände entfernt, geblichen und getrocknet, etwaige Pestizidrückstände (die zum Beispiel durch das Behandeln der Schafe gegen Zecken zurückbleiben) reduziert, filtriert und abgefüllt.

Ihr seht schon, die Herstellung ist sehr aufwendig, weshalb es uns leider nicht möglich ist das Wollwachs aus unserer eigenen Wolle selbst herzustellen.

Wir bezogen es bisher aus einer Apotheke, um sicherzugehen, dass es von reinster Qualität ist. Seit kurzem verwenden wir aber das weltweit erste bio-zertifizierte Lanolin, worauf wir sehr stolz sind!

Die Schafe, aus denen das bio-zertifizierte Lanolin gewonnen wird, leben in Argentinien auf sehr großen Weideflächen, fernab von großen Menschenmengen und Umweltverschmutzung. Da es keine Massentierhaltung und genügend Platz gibt, ist es kaum notwendig die Tiere mit Pestiziden zu behandeln, weshalb es kaum Rückstände dessen in der Wolle gibt.

Die Tiere können dort sehr artgerecht leben und zugleich werden die ortsansässigen Bauern unterstützt. Wie auch bei dem von uns unterstützen Projekt ReviewForest, hilft man den Menschen vor Ort zu einer selbstständigen Lebensweise. Sie erhalten eine Lebensgrundlage und können ihre, seit Generationen geführten, Schafhaltungsbetriebe mit der gleichen Sorgfalt weiter fortsetzen- alles zum Wohle der Tiere und der Umwelt!

Das neue Lanolin verhält sich überraschend unterschiedlich, als das bisherige, es ist deutlich cremiger und lässt sich anders verarbeiten.

Lanolin ist im Übrigen strukturell der Fettschicht der menschlichen Haut sehr ähnlich und bindet Feuchtigkeit äußerst effektiv. Zudem soll das Wollwachs entzündungshemmend wirken und die Schutzbarriere der Haut verbessern.

Da sie zu den pflegenden Eigenschaften auch kaum allergisches Potenzial hat, wird es auch fast ausschließlich in der Babypflege benutzt.

Das Wollwachs wurde übrigens schon im Altertum medizinisch genutzt, geriet dann eine Weile in Vergessenheit und würde vor knapp 150 Jahren wiederentdeckt.

Heute wird es als Hautpflegemittel, Salbengrundlage, Emulgator und als pharmazeutischer Hilfsstoff eingesetzt.

Wegen der guten Eigenschaften des Wollwachses wird auch gerne Heilwolle eingesetzt, also Wolle, aus der es noch nicht herausgewaschen wurde. Ob wunder Babypopo oder wunde Brustwarzen während der Stillzeit. Ob in wollform oder weiterverarbeitet. Wollwachs (Lanolin) bietet vielfältige Einsatzmöglichkeiten und wird deshalb auch in vielen Bereichen verwendet.

Ein Dank an die Schafe dieser Welt, die uns dieses einzigartige Geschenk geben! 🐑🐑🐑

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